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Gedanken zum Tag
oder
Auszüge aus dem Tagebuch
der Reis ist gewogen und auf Qualität geprüft. Die Fahrt geht weiter dem eigentlichen Ziel, dem Markt entgegen.
So wie eigentlich überall in Thailand werden auf den Märkten neben Kleidern, Werkzeugen, Gebrauchsgegenständen aller Art und Lebensmitteln auch fertig zubereitete Speisen angeboten. Auch Lebensmittel, die bei uns nicht auf der Speisekarte stehen. Insekten aller Art. kleine Vögel, Ratten, Innereien wie Gedärme, getrockneter Fisch und Tintenfische. Kleine, mittlere und grosse Frösche. Auch eingelegtes wird angeboten, wie Fische, Fleisch und Gemüse.
Der Sonntagsmarkt in Kuchinarai
Es ist bereits 7.00 Uhr als ich in eines der Sammeltaxis steigt, um nach Kuchinarai an den Sonntag-Markt zu fahren. Immer sonntags früh um 6… 6.30 Uhr beginnt der Sonntagsmarkt in Kuchinarai. Aus den umliegenden Dörfern des Distrikt-Hauptortes pendeln Sammeltaxis hin und her. Es sind Pick-ups mit Sitzbänken auf der Brücke und einer Einsteigetreppe hinten. Oft werden gleichzeitig auch Waren Transportiert. Heute ein paar Säcke Reis, die auf halben Weg an den Reishändler in der Region verkauft werden sollen. Ich bin froh, dass es heute nur ein paar wenige Säcke sind. Oft wird die Brücke mit Reissäcken vollgestopft und die mitfahrenden „Passagiere“ haben es wirklich nicht leicht einen einigermassen angenehmen Platz zu finden. Nach 15 Minuten ist der Handel beendet,
Entsprechend sind auch die „nasalen“ Strapazen, denen man auf einem solchen Mark ausgesetzt ist. Aber gerade solche Eindrücke machen einen Besuch solcher lokalen Märkte interessant und sie geben einen Einblick in die Esskultur der Region.

Solch Essbares lässt mich das Wasser im Munde kaum zusammenlaufen. Vermutlich werde ich solche Sachen nie auch nur versuchen. Nun, alles gesehen, eingekauft was nötig war und zurück, entlang der Marktfahrer, welche Speisen zubereiten, zurück zum Sammeltaxi, das mich wieder ins Dorf zurück bringt.
Kautschuk-Bäume
Es gibt Momente wo ich mich hinsetze und über dieses oder jenes nachdenke. So heute uber meine Gummibäume. Nun ist es doch schon über 8 Jahre her, dass ich in zwei Etapen 1'200 kleine Kautschuk-Bäume pflanzte. Nun sind sie so gross geworden, dass sie "angeschnitten" werden können. Das heisst, sie sind gross genug um mit der Ernte von Kautschuk zu beginnen. Doch die Arbeit lohnt sich kaum. Als ich die Bäume pflanzte war der Kautschukpreis steigend und einiges über 100 Bath für ein Kilo der weissen, klebrigen Milch. Dann aber fiel der Preis rassant und schwankte die letzten Jahre zwischen 17 und 25 Bath. Verfolgt man die internationalen Kurse, sieht man eine Preisbewegung, die sich hier nicht niederschlägt. Woran das wohl liegt? Ich bin mir sicher, dass irgend jemand sehr gutes Geld verdient. Was wohl der Exporteur an einem Kilogramm verdient, und zwar ohne die harte Arbeit in den Plantagen?

Viele Gedanken gehen mir durch den Kopf. So zum Beispiel wie die Regierung hier diese Situation beeinflusst oder nicht beeinflusst. Nun, was auch immer, die Investition war eigentlich keine. Jedenfalls keine, die etwas bringt und abwirft. Vielleicht wäre eine Kooperation der Produzenten angesagt, die ihr Erzeugniss selber exportiert und vermarktet. Aber das würde hier vermutlich nicht ganz einfach sein. Vermutlich wären auch andere
Verbindungen, ausserhalb der Bauern nötig um Erfolg zu haben, was aber den Profit wiederum verringern würde.
6. Dezember 2014 (Samstag)
Tagelöhner
Immer wenn ich bei meinen Bäumen beschäftigt bin, gehen mir viele Gedanken durch den Kopf. Ich erinnere mich an die Bäumchen, bloss einen halben Meter hoch und nicht einmal fingerdick. Natürlich brauchen solch kleine Pflanzen etwas mehr Pflege als die Grossen. Oft habe ich Tagelöhner angestellt, die rund um die Bäume mit Hacken das Gras entfernten und die Erde «drehten». Man kann viele, durch unvorsichtiges Arbeiten, verletzten Bäume. Die Tagelöhner arbeiten nur um die 300-350 Baht pro Tag. Die meisten unmotiviert und desinteressiert. Wird die Hacke in den Baum geschlagen, wird nur mit den Achseln gezuckt.
Ich habe mir die Arbeit bei den Bäumen als sportliche Betätigung definiert. Ein fast tägliches Training um sich fit zu halten, umso mehr ich auch meistens zu fuß zu den Bäumen gehe. Sind es doch 9 km, hin und zurück. Die täglichen «Wanderungen» machen mir Freude. Auf die Frage, warum ich diese Arbeiten selber mache, habe ich immer eine passende Antwort zur Hand. So sage ich zum Beispiel, dass viele Leute viel Geld ausgeben um ins Fitness-Studio zu gehen und ich mir auch noch die Summe, die ich für die Tagelöhner ausgeben müsste, selbst verdiene. Natürlich ist es keine Hilfe für die arme Bevölkerung hier, aber ich bin der Meinung, dass grundsätzliche Faulheit nicht noch Unterstützung werden soll. Denn oft arbeiten die Leute nicht, solange sie etwas Geld haben und man sie nötig hätte.
Und geht ihnen dann das Geld aus, kommen Sie und fragen für Arbeit. Genau aber diese Faulheits-Mentalität will ich niemals unterstützen.
