

wueHan
Wein-Pionier Changyu
Eine Geschichte mit glänzender Zukunft
Von Wang Qian und Zhao Ruixue (China Daily, Mai 2012)
Aus dem Englischen: H. Wüthrich
Als während der Qing-Dynastie (1644-1911) Zhang Bishi, ein Überseechinese aus Indonesien, um 1892 Chinas erste Weingut gründete, Changyu Pioneer Wine Co, hätte er nicht zu träumen gewagt, dass 120 Jahre später das Weingut zu den Top Winzer weltweit herangewachsen sein würde.
Heute ist Changyu, mit Sitz in Yantai, in der Shandong-Provinz, Chinas Antwort auf Frankreichs weltbekannte Weinbau-Region von Bordeaux.
Über die Jahre entwickelte sich das Unternehmen und wurde stetig grösser. Die heute 20‘000 Hektar Rebfläche ent-sprechen einem Viertel aller Weinregionen Chinas. Heute betreibt das Unternehmen neben Changyu in China, 10 weitere Weltklasse Chateaus in der ganzen Welt.
Dank seiner Qualität ist der Wein alltäglicher Anblick auf staatlichen Banketten und globalen Gipfeltreffen. Dadurch, wie auch die Präsenz in Verkaufsregalen, sind Changyu-Weine international geworden.
„Vor etwa 120 Jahren wurden Trauben und Weinbautechniken aus Übersee importiert. Doch jetzt haben wir unsere eigene Weinbautechnik entwickelt um qualitativ hochwertige Weine zu produzieren, die sich auf dem internationalen hart umkämpften Markt behaupten können,“ sagte Zhou Hongjiang, Generaldirektor des Unternehmens.
Changyu’s Wachstum
Zhou sagte, die Tradition von Changyu gehe zu der Zeit zurück, als Zhang Bishi Chinas erstes Chateau gründete und dazu Weinproduktionsanlagen und mehr als 120 Rebsorten aus Europa einführte.
Das erste 80 Hektar grosse Weingut wurde an den Berghängen, die sich entlang der Küstenstadt ziehen.
Zudem liegt das Weingut auf einem Breitengrad, mit ähnlichen Klimaverhältnissen wie man sie im Bordeaux und in Italiens Toskana antrifft. Lange wurde das Weingut in China als die beste Wahl für den Anbau von Trauben, mit ausreichendem Regen, reichlich Sonne, einem günstigen Bodentypen und der richtigen Luftfeuchtigkeit, angesehen.

Auch ein 1‘976 Quadratmeter grosser, unterirdischer Weinkeller wurde gebaut und mit 430 importierten Eichenfässern aus Italien und Österreich ausgestattet. Diese zum besseren Reifen der Weine und zum Erlangen eines besonderen Aromas.
Hergestellt im Zeitraum der „Selbst-Stärkungs-Bewegung“ (1861-1895), in dem chinesische Gelehrte militärische und industrielle Spitzentechnologie aus dem Westen einführten, wurden dem Unternehmen von Anfang an viele Vergünstigungen gewährt.
Von Li Hongzhang, einem führenden Politiker der späten Qing-Dynastie und Befürworter der Bewegung, erhielt das Unternehmen Lizenzen und 3 Jahre Befreiung von verschiedenen Pflichten.
Um die Qualität der Changyu Weine zu gewährleisten, beschäftigte Zhang viele professionelle Winzer aus Ländern mit langer Weinbautradition, darunter aus Italien, Österreich und Frankreich.
Der erste davon war Baron M. Babo, ein erfahrener Winzer aus der österreichisch-ungarischen Monarchie (1867-1918). Er half Changyu 15 Arten von Weinen zu entwickeln. Der Baron wurde zum österreichisch-ungarischen Vize-Konsul in Yantai ernannt. Somit richtete er das Konsulat kurzerhand in der Firma ein. Danach eroberten Changyu’s Weine ausländische Diplomaten und Unternehmer.
1915 gewannen Changyu Weine vier Goldmedaillen und Qualitäts-Zertifikate bei der Panama-Pacific International Exposition in San Francisco, Kalifornien. Das war das erste Mal für ein chinesisches Produkt, eine Auszeichnung einer internationalen Ausstellung zu gewinnen. Die Medaillen und Zertifikate machten Changyu zu einer weltweit bekannten Marke.
Mit einer Geschichte von mehr als 70 Jahren wurde Changyu Jiebaina als eine der weltweiten Top 30 Wein-Marken am Salon International de Alimentation (SIAL) 2008 in Frankreich gekürt.
Seit 2005 exportiert Changyu seine Weine in 28 Länder auf der ganzen Welt, einschliesslich Deutschland, Italien und Frankreich. Die Weine sind in über 3‘000 Supermärkten und Geschäften, in Fünf-Sterne Hotels in Europa und sogar in den Erstklass-Kabienen der Deutschen Lufthansa erhältlich.
Im Jahre 2011 war Changyu, auf Platz 22, der einzige chinesische Wein in den Top-50-Marken der Welt für Spirituosen und Wein, zusammengestellt von Brand Finance, einer führenden, unabhängigen Marken-Bewertungs-Beratung.
Jetzt ist die Küstenstadt Yantai, dank Changyu, die einzige asiatische Stadt mit dem Status nach dem internationalen Rebe und Wein Büro (OIV) als "International Traubenmost und Wein Stadt" anerkannt.
Die Stadt ist Heimat von mehr als 130 weltbekannten Winzern und bringt eine Bilanzierung in Kombination mit Weinproduktion einem Drittel des Landes insgesamt.
Changyu - ausgewählt von Promis
In den 120 Jahren im Geschäft mit Weinen hatte Changyu schon immer eine Verbindung zu Prominenten aus dem In- und Ausland.
1927, Kang Youwei (1825 – 1927), ein Pro-reformistischen Gelehrter, Denker und Künstler, Befürworter der konstitutionellen Monarchie während der späten Qing-Dynastie, schrieb im letzten Jahr seines Lebens ein Gedicht für Changyu. Danach war Changyu Wein ein lebenslanger Begleiter für ihn.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als die "Entwicklung von Industrien um das Land stark zu machen" ein Thema war in China, Besuchte Sun Yat-sen Changyu (Revolutionsführer und Staatsmann) und lobte den Wein höchster Qualität.
Solche ein Lob kamen auch von Zhang Xueliang (1901 – 2001), bekannt als der junge Marschall, welcher eine entscheidende Rolle spielte bei der Überzeug des Kuomintang-Führers Chiang Kai-Shek in den 30er Jahren mit der chinesischen kommunistischen Partei gegen die japanischen Invasoren zu bekämpfen und auch von Song Ziwen (1894 – 1971), Chinas berühmten Finanzier und Diplomat.
Auch nach der Gründung der Volksrepublik China, im Jahre 1949 setzte sich der Lob fort.
Im Jahr 1956 schlug der verstorbene chinesischen Führer, Mao Zedong, Changyu einmal vor, die Wein-Produktion zu erweitern, so dass mehr Menschen diesen Wein genießen könnten. Der ehemalige chinesische Ministerpräsident Zhou Enlai hat Changyu 650'000 Yuan zugewiesen um die Entwicklung des Unternehmens zu unterstützen.
Im Juli 2010 ermutigte Li Keqiang, Vize-Premier, Zhou Hongjiang, Generaldirektor von Changyu, das Unternehmen durch Innovationen zu entwickeln.
Internationale Erfolge
Das Aroma von Changyu Wein hat nicht nur Chinesen berauscht, sondern auch ausländische Weinliebhaber.
Jack Welch, bekannt als der "weltweit erste CEO", gab im Jahre 2004 einne Daumen hoch für den Wein vom Chateau Changyu und sagte "Wonderful! The wine is very good“.
Jim Rogers, der US-Investment-Guru hatte gute Erfahrungen in Changyu. Ihm zufolge war es eines seiner ersten Major-Beteiligungen.
Im Jahre 2010 kaufte der UN-Untergeneralsekretär Sha Zukang 2010 Changyu-Weine im Auftrag der Vereinten Nationen ein, und es war der einzige in China hergestellte Wein, der die UNO einkaufte.
Robert Tinlot ist ehrenamtlicher Präsident der OIV und jetzt ehrenamtlicher Leiter des Chateau Changyu AFIP Global.
Der derzeitige Präsident der OIV, Yves Benard, besuchte 2009 Changyu und bemerkte, dass dies ein Beispiel für die internationale Klasse von Schloss-Wein ist.
Die erstklassigen Changyu-Weine werden auch als Staats-Geschenke an ausländische Eliten, wie dem ehemalige amerikanische Präsident Bill Clinton, dem ehemaligen japanischen Premierminister, Yasuo Fukuda, und dem Finanzier Warren Buffett, ausgewählt.
Quelle: CHINA DAILY, Mittwoch, 30. Mai 2012


